Der Kerzenmacher unter der Weide

Unter der alten Weide, wo sich die Wurzeln zu kleinen hölzernen Stuben verflechten, lebte ein Maulwurf namens Pim. Er war klein und weich, mit Pfoten in der Farbe von Flusssteinen und einer Nase, die freundlich zitterte, sobald der Abend kam.

Pim war Kerzenmacher.

Seine Höhle roch nach Honig und warmem Docht. Von der Decke hingen Reihen und Reihen von Bienenwachskerzen, manche nicht größer als ein Fingerhut, manche so hoch wie eine Drossel. Sie schaukelten leise, wenn der Wind oben durch die Weide strich, als träumten sie schon.

Jeden Tag, kurz bevor die Sonne verschwand, stieg Pim die kleine Leiter hinauf, die aus seiner Tür führte. Er trug einen kupfernen Eimer bei sich, verbeult und von vielen Jahren blank gerieben. Und er wartete.

Er wartete auf die Dämmerung.

Die Dämmerung, müsst ihr wissen, ist nicht nur eine Farbe. In den Wäldern unter der Weide sammelte sie sich in weichen Pfützen — in der Mulde eines bemoosten Steines, im Kelch eines gefallenen Blattes, in der stillen Rundung eines verlassenen Schneckenhauses. Dort schimmerte sie, violett und blau und ganz leise rosa, wie Wasser, das vergessen hatte, nass zu sein.

Pim tauchte seinen Eimer behutsam in jede Pfütze, flüsterte danke zur Erde und trug die Dämmerung heim.


In seiner Höhle glühte ein kleines Feuer auf dem Herd und wärmte einen Topf goldenen Bienenwachs. Die Bienen, alte Freunde Pims, hatten ihn im Frühling vor seine Tür gelegt, in ein Kleeblatt gewickelt und mit einem Faden Spinnenseide verschnürt.

Pim goss ein wenig Dämmerung in das Wachs. Sie wirbelte langsam, wie Sirup in Milch wirbelt, bis der ganze Topf ein sanftes, schläfriges Veilchenlicht schimmerte.

Dann begann er zu tauchen.

Ein Docht, zwischen seinen sanften Pfoten. Hinab ins Wachs. Hinauf in die kühle Luft. Wieder hinab. Hinauf. Hinab. Hinauf. Jede Kerze wurde ein wenig runder, ein wenig wärmer, ein wenig voller mit dieser geliehenen Dämmerung.

Er summte bei der Arbeit. Es war ein sehr kleines Summen, das nur Maulwürfe und Motten und schlafende Babys hören können. Und wenn eine Kerze fertig war, hängte er sie zum Erkalten unter die Decke, wo sie sich langsam drehte und das Feuerlicht einfing.

Eines nach dem anderen kamen die Waldtiere.

Ein Igel mit einer Papierlaterne, der eine frische Flamme brauchte. Eine Feldmaus, deren Kerze in einer Pfütze erloschen war. Eine junge Eule, verlegen, die um etwas Kleines bat, das unter ihren Flügel passte. Eine Kaninchenfamilie in einer Reihe, jedes mit einem winzigen Halter aus einer Eichelkappe.

Pim begrüßte sie alle auf die gleiche Weise. Er verbeugte sich. Er hörte zu. Er wählte die Kerze, die am besten zu ihnen passte — eine lange schlanke für den Reiher, der weite Wege ging, eine dicke feste für den Dachs, der tief schlief, ein geringeltes kleines Flämmchen für den Zaunkönig, dessen Träume schnell und hell waren.

Er entzündete jede Kerze an seinem Herd, legte die Pfoten um die Flamme und gab sie in ihre Obhut.

„Trag sie sanft”, flüsterte er. „Sie erlischt nicht, wenn du sie sanft trägst.”

Und fort gingen sie, hinaus in den dunkelnden Wald, jedes mit einer kleinen warmen Flamme, die vor ihnen wippte wie ein langsamer gelber Stern.


An diesem besonderen Abend — einem Sommerabend, an dem die Weidenblätter schsch, schsch flüsterten — war der allerletzte Besuch ein kleiner brauner Hase. Sie war zu schüchtern zum Klopfen, also saß sie auf der Türschwelle und wartete.

Pim fand sie dort und lächelte.

„Komm herein”, sagte er. „Ich habe noch eine Kerze übrig.”

Es war eine kleine Kerze, nicht höher als ihr Ohr. Pim hatte sie am Morgen aus der letzten Dämmerung gemacht, die sich in einer Fingerhutblüte gesammelt hatte. Es war die zarteste Farbe, die er je gegossen hatte — die Farbe, die ein Wiegenlied hätte, wenn Wiegenlieder Farben hätten.

Er entzündete sie für sie. Der Hase sah zu, wie die Flamme sich fasste, klein und gewiss.

„Hält sie die ganze Nacht?”, flüsterte sie.

„Sie hält so lange, wie du sie brauchst”, sagte Pim. „Und wenn der Morgen kommt, geht das Licht einfach heim zum Himmel, woher es kam.”

Der Hase nickte sehr ernst und trug ihre Kerze hinaus auf die Wiese. Pim schaute von der Tür aus zu, bis das winzige Flämmchen sich zu allen anderen winzigen Flammen gesellt hatte — Igel und Maus, Eule und Kaninchen, Reiher und Dachs und Zaunkönig — über den ganzen Wald verstreut wie ein langsames, atmendes Sternbild.

Dann schloss er seine Tür.

Er kehrte den Herd. Er wischte den Kupfereimer. Er hängte seine Schürze an den kleinen Haken. Und er kletterte in sein Bett aus Moos und Distelflaum, wo eine letzte Kerze — seine eigene — still auf dem Regal über ihm brannte.

Draußen seufzte die Weide. Die Wurzeln knarzten leise, so wie alte Holzhäuser knarzen, wenn sie sich für die Nacht einrichten.

Pim schloss die Augen.

Irgendwo im Wald träumte ein Igel schon. Irgendwo lag ein Hase geborgen neben ihrem winzigen Licht.

Und in seiner Höhle unter der Weide atmete der kleine Kerzenmacher langsam und warm, und ließ sein eigenes kleines Licht ihn sanft, ganz sanft in den Schlaf tragen.

← zurück zu allen Geschichten