Der Otter, der die kleinen Laternen nach Hause brachte

Am anderen Ende des Waldes, dort wo der Pfad in Moos übergeht, liegt ein Teich, der erst in der Dämmerung erwacht.

Tagsüber ist er still und hält den Himmel in seinen Armen. Doch wenn die Juliabende warm werden und der Nebel wie langsamer Atem vom Wasser aufsteigt, erscheint am nahen Ufer ein kleines Licht.

Es ist eine Laterne aus Flussglas, aufgehängt am Bug eines Floßes. Und das Floß ist aus Schilf geflochten — fest gebunden, süß duftend, weich wie eine alte Decke. Und der es stakt, aufrecht in seinem samtenen Fell, ist Pim, der Otter-Fährmann.

Pim fährt über diesen Teich, so lange sich irgendjemand erinnern kann. Seine Schnurrhaare kennen den Wind. Seine Pfoten kennen die Stange. Und sein Herz kennt die kleinen Reisenden, die er hinüberträgt.

Die Glühwürmchen.

Sie kommen aus der Sommerluft herabgeschwebt, schläfrig und schimmernd, jedes nicht größer als eine Beere. Die ganze Nacht haben sie über der Wiese getanzt, und nun sind ihre Lichter tief, honigfarben wie eine Kerze hinter Papier.

Jedes Glühwürmchen sucht dasselbe: die Seerose, in der es geboren wurde. Die Blüte, die sich zum ersten Mal um es öffnete. Die weiche weiße Wiege am fernen Ufer.

Doch der Teich ist weit, der Nebel dicht, und kleine Flügel werden müde.

Also wartet Pim am nahen Ufer und summt leise.


Eins nach dem anderen setzen sich die Glühwürmchen auf sein Floß. Sie landen auf den gewundenen Halmen. Sie landen auf der Rundung seines Schwanzes. Eines, ganz besonders mutig, landet auf der Spitze seiner Nase, und Pim schielt hinunter, um es anzusehen, und lächelt.

„Alle einsteigen, die nach Hause fahren“, sagt er, mit einer Stimme wie Wasser über glatte Steine.

Dann hebt er seine lange Stange und stößt ab.

Das Floß gleitet.

Der Nebel öffnet sich in langsamen Locken um sie herum, als würde der Teich sie selbst hinüber atmen. Irgendwo sagt ein Frosch ein leises Wort und überlegt es sich dann anders. Ein Nachtfalter zieht auf Papierflügeln über sie hinweg.

Die Glühwürmchen blinken und blinken und blinken langsamer.

„Ruht jetzt“, murmelt Pim. „Ich kenne den Weg.“

Und das tut er. Er weiß, wo das Wasser tief ist und wo sich das Schilf verwickelt. Er kennt die kleine Insel, die eigentlich nur drei Steine und ein Büschel Gras ist. Er kennt die Stelle, wo der Mond sich gern aufs Wasser legt und schwimmt.

Heute Nacht ist der Mond da, silbern und ruhig, und das Floß gleitet über ihn hinweg, ohne ihn zu wecken.

Ein kleines Glühwürmchen, zusammengerollt an der Laterne, flüstert: „Pim? Ist meine Seerose noch offen?“

„Sie ist es“, sagt Pim. „Seerosen erinnern sich. Sie lassen das Licht an.“

Das Glühwürmchen seufzt und faltet die Flügel zusammen.


Langsam tritt das ferne Ufer aus dem Nebel.

Und oh, die Seerosen.

Sie schwimmen in weichen weißen Scharen, jede geöffnet wie eine hohle Hand, jede leise leuchtend von innen — wartend, so wie ein Fenster wartet, wenn jemand spät nach Hause kommt.

Pim stakt das Floß sanft zwischen sie hinein, so behutsam wie eine Hand, die ein Laken glättet.

Eins nach dem anderen heben die Glühwürmchen ab. Sie sind langsam und schläfrig und ganz sicher. Jedes schwebt zu seiner eigenen Blüte, als zöge es ein Faden, den nur es fühlen kann. Jede Seerose schließt sich sanft um ihr kleines Licht, Blütenblatt für Blütenblatt, bis der Teich mit kleinen leuchtenden Laternen gesprenkelt ist, die auf dem Wasser wiegen.

Pim schaut zu, bis das letzte zugedeckt ist.

Das mutige Glühwürmchen von seiner Nase ist das letzte. Es schwebt einen Augenblick, blinkt zweimal — danke, danke — und lässt sich in eine Seerose sinken, so nah am Floß, dass Pim sie mit seinem Schnurrhaar berühren könnte.

Er tut es nicht. Er lächelt nur.

Dann wendet er das Floß, und der Nebel legt sich wieder um ihn, und er stakt langsam zurück über das stille Wasser.

Der Teich summt sein leises Julilied. Das Schilf flüstert am Floß. Pims Laterne wiegt sich.

Und an beiden Ufern glühen die Seerosen wie kleine angehaltene Atemzüge und hüten die kleinen Reisenden bis zum Morgen.

Irgendwo, nicht weit von hier, ist auch dein Kissen ein Floß. Und die Nacht stakt dich sanft, ganz sanft, hinüber.

Ruh jetzt. Die Seerose ist offen. Das Licht brennt.

Schlaf gut.

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